Auf die Plätze

»[...] was passiert, wenn nichts passiert ... [?]«

Georges Perec: Versuch einen Platz in Paris zu erfassen
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Auf die Plätze ist ein künstlerisch-dokumentarisches Projekt über das Flüchtige des Alltags. Inspiriert von Georges Perecs Beobachtung der Pariser Place Saint-Sulpice erkunden drei Autor:innen (in 2026) und drei Filmschaffende (in 2027) öffentliche Plätze in Westfalen: den Borneplatz in Rheine, den Marktplatz in Oelde und den Hamannplatz in Münster-Coerde.

Was geschieht, wenn man einen Ort nicht durchquert, sondern dort verweilt? Was wird sichtbar, wenn man dem scheinbar Unbedeutenden Aufmerksamkeit schenkt? Die beteiligten Künstler:innen beobachten, schreiben, filmen – und schaffen so literarische und filmische Zeitdokument westfälischer Alltagswelten.

Das Flüchtige findet selten den Weg in Archive – und damit kaum Eingang in die Geschichtsschreibung. Es verankert sich nur selten in unserer Erinnerung, und doch ist es oft das, was Schönheit ausmacht. Es ist nun gut 50 Jahre her, dass der französische Autor Georges Perec Platz nahm. Drei Tage lang saß er an der Pariser Place Saint-Sulpice und notierte alles, »was man im Allgemeinen nicht notiert, das, was nicht bemerkt wird, was keine Bedeutung hat, das, was passiert, wenn nichts passiert außer Zeit.« (Siehe: Georges Perecs »Versuch, einen Platz in Paris zu erfassen«). Inspiriert von seiner Methode begeben wir uns ins Münsterland, um verschiedene Orte zu vermessen – zunächst literarisch, später filmisch.

Im ersten Projektjahr (2026) machen sich drei Autor:innen (Lütfiye Güzel, Daniel Huhn und Anneke Lubkowitz) auf den Weg, um jeweils einen öffentlichen Platz zu erkunden: den Hamannplatz in Münster-Coerde, den Marktplatz in Oelde sowie den Borneplatz in Rheine. Die Autor:innen verbringen (zeitgleich) jeweils einen Tag an »ihrem Ort«, beobachten, schreiben und sammeln Eindrücke.

Genau ein Jahr später (2027) nehmen drei Filmschaffende (Lenia Friedrich, Mustafa Khalaf und Silke Schönfeld) diese Orte wieder in den Blick. Sie setzen sich nun visuell mit den Orten und zudem mit den literarischen Texten auseinander, die zuvor entstanden sind. Daraus entwickeln sie dokumentarische Miniaturen.

Zum Abschluss finden in Kooperationen mit den Städten vor Ort Veranstaltung statt, bei denen die entstandenen Werke präsentiert und im regionalen Zusammenhang diskutiert werden. Ergänzend zu den Veranstaltungen werden die Texte und Filme als einzelne Werke kursieren und zugleich in einer gebündelten Publikation münden. Schließlich entsteht so ein kollektives Zeitdokument westfälischer Alltagswelten.